...in der Weiterbildungsreihe neuroorthopädische Rehabilitation und sensomotorische Schmerztherapie.
Das Institut für Schulungen in der neuroorthopädischen Rehabilitation bietet Ihnen die im Folgenden aufgeführten Weiterbildungsveranstaltungen an. Unter Kurs-Termine finden sie alle Kurstermine und Veranstaltungsorte. Hier sind auch die jeweiligen Kontaktpersonen aufgeführt.
Dauer des Kurses: 24 Unterrichtseinheiten (UE).
1. Tag
2 UE - Neurophysiologische Grundlagen der Bewegungssteuerung, die Entwicklung der posturalen Reaktionen.
2 UE - Tonische und phasische Muskeln, intersegmentale und polysegmentale Muskulatur, sogenanntes lokales und globales System.
2 UE - Rezeptoren im Dienste der Sensomotorik.
Nozizeption und Inhibition, Hyperfazilitation und Schmerzentstehung.
2 UE - die funktionelle = posturale Stabilisierung und die Entstehung der posturalen Dysfunktion im Bezug auf die häufigsten Schmerzen im Bewegungsapparat.
2. Tag
2 UE - Konzept der Posturalen Therapie in der Stabilisierung der Motorik nach Dr. E. Rašev.
Die Hemmung und Enthemmung der posturalen Reaktionen.
2 UE - Das Posturomed und die dosierte Fazilitation der synergistischen Aktivität besonders der intersegmentalen Muskeln.
Dosierte Stimulation der posturalen Reaktion.
2 UE - Die posturalen Reaktionen und die Lokomotion.
Grundregeln der posturalen Therapie.
2UE - Klinische Diagnostik der Dysfunktion der posturalen Stabilisierung auf mehreren Steuerungsebenen des Zentralnervensystems.
Einzelne Stufen der posturalen Therapie in der praktischen Arbeit.
3.Tag
2 UE - Indikationen und Kontraindikationen der Posturalen Therapie auf dem Posturomed.
Die Korrekturen der häufigsten Fehler während der Übungen.
2 UE - Posturale Therapie im Schultergürtel und Rückenbereich mit Propriomed - Einführung.
Indikationen und Kontraindikationen der Posturalen Therapie mit dem Propriomed.
2 UE - Grundlagen der Schmerztherapie am Bewegungsapparat.
sensomotorische Schmerztherapie in der medizinischen Rehabilitation
2 UE - Qualitätssicherung der Posturalen Therapie.
Posturale Therapie auf dem Posturomed bei ausgewählten Fallbeispielen.
Die Ausarbeitung einer hohen Qualität der stabilisierenden posturalen Reaktionen verhindert die Entstehung der häufigsten Schmerzen im Bewegungsapparat.
Die Therapie mit dem oszillierenden Stab PROPRIOMED/Bioswing ermöglicht eine neue Qualität des haltungsstabilisierenden Ganzkörpertrainings. Die segmental wirkendenMuskeln werden erstmals dosiert aktiviert. Die Stabilisierung im Schultergürtel- und Rückenbereich mit dem oszillierenden Stab PROPRIOMED/Bioswing stellt eine moderne Therapieart in der Behandlung der funktionellen Instabilitäten und vieler schmerzhaften posturalen Dysfunktionen dar.
Das PROPRIOMED/Bioswing wurde 1996 entwickelt, mit speziellem System der Übungen. PROPRIOMED hat seitdem 4 verstellbare Frequenzregler, die diesem High-Tech-Stab wichtige neue Eigenschaften verschaffen - die Einstellung angemessener Schweregrade der Übungen.
Die segmentale Koordination kann man nur mit solcher Dosierung der Therapiereize aufbauen, die den Übenden weder unterfordert, noch überfordert!
Durch die Einstellungen der geeigneten Schweregrade der Übungen mit PROPRIOMED/Bioswing wird erstmals individuell und dosiert die funktionelle Stabilisierung bei jedem Patienten aufgebaut.
Das Propriomed von Dr. Rašev wird in der neuro-orthopädischen Schmerztherapie und Rehabilitation eingesetzt. Der Kursteilnehmer erzielt mit speziellen Übungsprogrammen deutliche Therapiefortschritte.
Nach dem Vorbild PROPRIOMED/Bioswing entstanden später Flexi Bar, Staby, Swing Stick und andere einfachere elastische Stäbe. Für einfaches Präventionstraining zu Hause sind sie bei guter Koordination geeignet, für Behandlungen sind diese jedoch aufgrund ihrer Eigenschaften nur begrenzt einsatzfähig.
In der Schmerztherapie am Bewegungsapparat spielt die funktionelle Stabilisierung eine wichtige Rolle. Durch die Aktivierung mit fazilitierendem, funktionellen TAPING kann man die posturalen Reaktionen in vielen Fällen wesentlich bessern. Diese Besserung äußert sich durch Schmerzfreiheit und eine bessere Bewegungskoordination.
Im Kurs werden die neurophysiologischen Hintergründe erklärt. Im Mittelpunkt steht jedoch die praktische Arbeit mit dem TAPE.
Programm:
Neurophysiologie der Rezeptoren, Exterozeption, Propriozeption und Nozizeption. Tonische und phasische Muskulatur. Die Reizschwelle und die Zusammenarbeit der Muskulatur. Funktionelle Stabilisierung des Bewegungsapparates. Training der Steuerung der Muskulatur und der posturalen Reaktionen. Möglichkeiten der Beeinflussung der exterozeptiven und der propriozeptiven Input-Informationen. Funktionelles Taping praktisch (ca. die Hälfte der Kursdauer). Funktionelles Taping bei konkreten Funktionspathologien ("Tennisarm", postural bedingte Schulterschmerzen, ...) und Pathomorphologien (Arthrose, ...).
Die myofaszialen Weichteiltechniken gehören zu den wichtigsten grundlegenden Techniken der modernen Manualtherapie. Sie behandeln im komplexen Weichteilbereich (Haut, Bindegewebe, Muskulatur, ...) und nutzen das schonende Entspannungsphänomen (release Phänomen) in der Therapie der Bewegungseinschränkungen.
Vorrausgesetzt, dass die myofaszialen Techniken (ein Teil davon auch als "osteopathische Faszienlösung" bekannt) an dem kausalen Glied der funktionellen Bewegungskette eingesetzt werden, stellen sie einen wichtigen Teil der Behandlungsmöglichkeiten dar (nicht nur bei funktionellen Funktionsstörungen des Bewegungsapparates, sondern auch bei Coxarthrose, Epicondylalgie, bei allen Arten von Kopfschmerzen, bei vielen akuten und chronischen Schmerzsyndromen [z.B. torticollis], in der Therapie der Folgen von z.B. Beschleunigungsverletzungen (wie Schleudertrauma), der Spastizität, Engpasssyndromen in Anfangsstadien (Carpaltunnel-Syndrom) uvm.).
Programm des Kurses:
1. Neurophysiologie der Bewegung, Muskelinhibition, funktionelle Bewegungsketten.
2. Schmerzenstehung im Bewegungsapparat und den hypertonen Muskeln.
3.Neurophysiologie und Praxis der Palpation, das Release Phänomen.
4. Theorie der Barriere, Störungen der faszialen Beweglichkeit, Efferenz und Afferenz.
5. Die häufigsten Anwendungsgebiete der myofaszialen Techniken.
6. Therapiebeispiele und praktische Demonstrationen (ca. 50% des Kurses).
Die Weiterbildung vermittelt die notwendigen neurophysiologischen Grundlagen, erklärt und zeigt indikationsspezifische Behandlungsstrategien.
(Moderne Einteilung und praktische Einübung den Muskeltonus beeinflussenden neuro-muskulären Techniken.)
In den letzten Jahren wurde die Wirksamkeit bestimmter Dehnungstechniken angezweifelt. Der Erfolg bei der Therapie der Muskeldysbalancen hängt maßgeblich davon ab, wie die Diagnostik der Ursache für die Entstehung der unterschiedlichen Reizbarkeit in bestimmten tonischen und phasischen Muskelgruppen durchgeführt wird (besonders nach Janda und Véle).
Deshalb entstand nach dem Konzept der neuro-orthopädischen Rehabilitation und sensomotorischen Schmerztherapie der Prager Schule an der Karlsuniversität dieser Kurs.
Im Kurs wird nicht nur eine Dehnungstechnik unterrichtet, sondern besonders die Prinzipien der Diagnostik der Veränderung des Muskeltonus, die Ursachen der Muskelverkürzung, der Muskelhypertonie oder der Inhibition der Muskelkraft. Anschließend lernen die Kursteilnehmer die wichtigsten modernen Techniken der Beeinflussung des erhöhten Muskeltonus und auch solche Techniken kennen, die die eingeschränkte Verlängerungsfähigkeit des Muskels im Bindegewebsbereich beeinflussen.
Das Ziel ist die Optimierung der intra- und intermuskulären Koordination, die in der Behandlung der häufigsten Schmerzen im Bewegungsapparat für den Therapeuten an erster Stelle steht.
MUDr./Univ. Prag Eugen Rašev, Facharzt für Rehabilitation und Physikalische Medizin, Lehrstuhl für Physiotherapie und Rehabilitation der Karlsuniversität Prag.
Prof. Dr. Fr. Véle, Lehrstuhl für Physiotherapie und Rehabilitation der Karlsuniversität Prag.